Nun, wie bekannt, ist/war der Papst in Köln zu Besuch. Die Massenveranstaltung auf dem Marienfeld dürfte auch nicht unbekannt sein, und wie es sich gehört, muss bei sowas auch eine zünftige Ansprache her.
Bemerkenswertes:An den Anfang einer jeden Ansprache gehört natürlich ein flotter Spruch zur Aufmunterung und zur Demonstration, das man keine alten, abgedroschenen Phrasen verbrechen will.
"Liebe Jugendliche! Vor der heiligen Hostie, in der Jesus sich für uns zum Brot gemacht hat, (...)"
Nun, aber ob das damit so wirklich gelungen ist? Auf jeden Fall hat sich damit nicht (zwingend) Jesus, sondern der Redenschreiber zum Brot gemacht.
Natürlich gehören in eine schöne Reden auch ein paar allgemeine Weisheiten, denen man unumwunden zustimmen kann, auch wenn diese von erzkonservativen Einrichtungen stammen mögen.
(...)So wussten sie von da an, dass nun der erste Wochentag, der Sonntag, sein Tag ist. Der Tag des Schöpfungsbeginns wird zum Tag der Erneuerung der Schöpfung. Schöpfung und Erlösung gehören zusammen. Deswegen ist der Sonntag so wichtig. Es ist schön, dass in vielen Kulturen heute der Sonntag ein freier Tag ist oder gar mit dem Samstag ein so genanntes freies Wochenende bildet.(...)
Und wenn ich die Tage zwischen zwei sogenannten Wochenenden frei habe, spricht man von Urlaub. Ja, völlig korrekt.
Ein einfacher (weltfremder) Vorwurf an die ungestüme Jugend, warum sie denn nicht häufiger an besagtem Wochenends-Sonntag in die Kirche kommt, natürlich seidig verpackt:
(...)Manchmal ist es vielleicht im ersten Augenblick unbequem, am Sonntag auch die heilige Messe einzuplanen. Aber Ihr werdet sehen, dass gerade das der Freizeit erst die rechte Mitte gibt.(...)
Wenn die Jugend, die ja meistens schlimmer als man selbst ist, in etwa das selbe Samstagabend-Programm abzieht, dann kommt die nicht vor halb fünf morgens nach Hause, und dann um neun in die Kirche wanken? Da finde ich meine Mitte doch lieber im Bett und dreh mich nochmal um. Ideen zur Änderung der Öffnungs- und Veranstaltungszeiten?
Natürlich setzt man noch einen nach:
(...)Heute gibt es in großen Teilen der Welt eine merkwürdige Gottvergessenheit. Es scheint auch ohne ihn zu gehen. Aber zugleich gibt es auch ein Gefühl der Frustration, der Unzufriedenheit an allem und mit allem(...)
Religion ist jedenfalls für mich Privatsache. Und für grössere Parties sind Kirchen vermutlich nicht schick genug aufgemacht. Innenausstatter vor! Ohne monatliche Pflichtspende kann ich auch gut leben. Was die Frustration und Unzufriedenheit angeht, das taucht auf, wenn die alten
SäckeMänner in Politik und Wirtschaft augenscheinlichen Unsinn produzieren, und man selber augenscheinlich nichts dagegen tun kann.
Rückführung auf den Anfang der Rede, klassisch:
(...)Noch einmal muss ich zur Eucharistie zurückkommen. 'Weil wir ein Brot sind, sind wir viele auch ein Leib', sagt der heilige Paulus.(...)
Na toll. Erst
Papst, dann Hitlerjunge, dazwischen Londoner, nun Brot. Könnte man sich bitte nun entscheiden, was wir sind oder darstellen wollen?
Tut was für die anderen!
(...)Wir dürfen zum Beispiel die alten Menschen nicht ihrer Einsamkeit überlassen, an den Leidenden nicht vorbeigehen.(...)
Brav. Und selber nach Möglichkeit das soziale Engagement zurückziehen?
Dies als frisch identifizierte Highlights der neuen
"Bergpredigt", schamlos kopiert von der
Blogger-Bild.
Papstreden-Bashing aus.