11.05.2006
Es begab sich mal...
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... vor nicht allzu langer Zeit, das ein junger Prinz sich aufmachte, und eine Prüfung durchführte, was die Beweggründe aller Schlossbesucher waren, welche seinen Vorhof durcheinander brachten, die Vorhänge begafften und den Majordomus mit verschmutzten Teppichen nahe dem Rand des Haushaltsbankrottes aufgrund höchster Waschmittelpreise brachten.
Sodurch erfuhr jener junge Prinz, das viele der Besucher sich in den Hof verirrten, weil sie eine Geschichte über eine mysteriöses Artefakt names "PAS 56" erfahren wollten. Der junge Prinz hatte genug vom Schluchzen des gequälten Majordomus und ging zum König, um zu fragen, ob es sich langfristig nicht positiv auf die Staatskasse auswirken würde, wenn ein begabter Verseschmied sich daran begäbe, jene Legenden über besagtes Artefakt zu entwirren, eine heroische Prosa zu verfassen und als gedrucktes Pamphlet bereits am Schlossgraben zu verteilen.
Der König, ob der möglichen Alternativen, weiterhin des Nachts Schluchzen und Weinen (sowie eine leere Schatzschatulle) oder weniger Volk in seinem Weinkeller sowie eine wieder gefüllte Staatskasse zu besitzen, nickte erfreut und lies den Prinzen seine Idee umsetzen.
Dummerweise gab es zu jener Zeit keine Verseschmiede im Schlosse, welche die Legenden kannten. Der junge Prinz sah sich so gezwungen, sich darob selbst zu verdingen und das angestrebte Werk zu verfassen. (Prinzipiell sicher keine schlechte Idee, konnte doch so die Staatskasse weiter entlastet werden. Nunja, nicht viel weiter darüber hinaus, als was der junge Prinz nicht auch so schon entnahm, für sein täglich Amüsement.)
Viele Tage Suchens, Lesens und Schreibfedernzerkauens später gelangte der junge Prinz völlig ermattet aus der fülligen Bibliothek des Schlosses wieder zurück ans Tageslicht und vor die Augen des Königs, welcher das geschriebene Pergament nach kurzem Studiums und wohlgefälligen Nickens an den Herold weitergab, auf das dieser sich um die Vervielfältigung und Verbreitung des prinzlichen Produktes kümmere, während der Prinz sich gefälligst zu baden habe, er hinterliesse ja eine schlimmere Staubspur auf dem Teppich, als die verwirrt blickenden Besucher mit ihren schlammverdreckten Stiefeln!
Zerschlagen und unfähig weiterer Gedanken zog sich der junge Prinz zurück, um angemessene Zeit, Erholung und Planscherei später vom Turme des Schlosses mit noch leicht feuchtem Haar herabzusehen, wie der Herold bunte Papiere am Pranger zur öffentlichen Begutachtung anschlug. Neugierig frug er diesen bei dessen Rückkehr (und Überquerung des Schlossgraben, dies sei hier beiläufig vermerkt, auch wenn es keinen wirklichen entscheidenden Einfluss auf die Geschichte hat), welch Missetaten begangen worden wären, das so viele Steckbriefe ausgehangen worden wären. Er hätte ja in seinem Recherchefluss in der Bibliothek keinerlei Neuigkeiten über marodierende Räuber oder brutale Mörder gehört!
Er war mehr als erstaunt, als er vernahm, das es sich dabei um Transskripte seiner Prosa handelte, welche im ganzen Lande zu verteilen seinen, auf das der König wieder eine saubere Buchführung, als auch sauber glänzende Teppiche im Thronsaal erhielte. Zögernd nahm der junge Prinz das verbliebende Pergament in die Hand, um zu lesen, was dort stand.
"Au wei", dachte der Prinz. "Au wei. Ich weiss, ich bin kein überragender Dichter, aber gleich bei meinem ersten Schriftstück im ganzen Lande gelesen zu werden ist eine wahrlich harte Probe. Ob die guten Bürger und Bauern des Landes mich noch respektieren, wenn ich das nächste Mal ausreite? Ich glaube, so gut ist das doch gar nicht, und warum hat da nicht dieser eine übermässig preisgekrönte Dichter interveniert? Oder zumindest der Hofnarr, dieser sollte doch nun wirklich Unfug erkennen! ... Oder soll das Schweigen der beiden besagen, das es doch ein Gutes ist?"
Der Prinz grübelte fürderhin den Rest des Tages, ob dieser Einzug in die Annalen der Landesgeschichtsschreibung ein Gutes oder Schlechtes ward ...






