08.06.2006

"Und ich war doch da!"

Im Rahmen der Cantabonn 2006 fand heute in St. Maria Magdalena in Bonn-Endenich ein Konzert des Bonner Kammerchores statt.

"Spiegelungen. Renaissance und Moderne. Chormusik im Spiegel der Zeiten."

Frau Sopran lud ein, glaubte jedoch nicht wirklich an Besucher für diese Veranstaltung. Kurzentschlossenerweise beurkundete ich Interesse und fuhr hin. Interessanterweise war ich nicht alleine. Schätzungsweise 220 weitere Personen waren auch da.

Ich hatte zwar das Angebot von Frau Sopran übersehen, mir eine Karte zurückzulegen, aber es war zum Glück nicht nötig. Und ich habe sogar auf Anhieb hingefunden. Trotz dem leicht irritierenden "Pfarrkirche" ;-)

Dargebracht wurden:

Tomás Luis de Victoria: O sacrum convivium
Francis Poulenc: Salve Regina
Giovanni P. da Palestrina: Missa Papae Marcelli (Kyrie, Gloria, Sanctus, Agnus Dei)
(kurze Pause)
Frank Martin: Messe für Doppelchor (Kyrie, Gloria, Sanctus, Agnus Dei)
Orlando di Lasso: Salve Regina
Olivier Messiaen: O sacrum convivium

Persönlich gefielen mir ja die Stücke der Komponisten 2, 4 und 5 am besten. Vermutlich aber primär deshalb, weil dabei der gesamte Chor am Eingang zum Altarraum dem Publikum gegenüberstand und dieses ansang. Und holla!

Die anderen Stücke wurden jeweils von einem Teil des Ensemble vorgebracht, als dieses innerhalb des Altarraums kreisförmig zueinander aufgestellt stand. Da mir dabei die Kanzel (naja, das Stehpult) und ein Blumengesteck den halben Einblick verwehrte (und wohl in Gegenrichtung dem Klang sein Durchkommen) vermochten mich diese Stücke leider nicht wirklich vergleichbar zu begeistern.

Amüsierend fand ich bei der Interpretation von Salve Regina durch Poulenc den Dirigisten.. ich hatte da das Gefühl, das der Dirigent sein Ensemble beim Einsatz einen Takt warten liess, während es begierig war loszulegen.

Sehr schöne anderthalb Stunden!

Trackbacks

Kommentare

sopran / 09.06.2006, 18:04

Der Dirigent spielt Fußball, er hat eine wunderbare Beinarbeit. Vorm Elfmeter muss man ja auch manchmal ein bisschen Geduld verlangen.

Vielen Dank und schön, dass Sie da waren!
Die von Ihnen bevorzugten Stücke gehören tatsächlich zum Feinsten, was im 20. Jahrhundert für Chor geschrieben wurde.

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