22.09.2006
Lesestoff: Peter F. Hamilton - "Die unbekannte Macht"
22.09.2006 22:09 / Kommentare (0) / Kommentieren? /
Kategorien: / Multimedia - Optik /

Bildquelle: Amazon.de
"Die unbekannte Macht" ist der Auftakt zu einem mehrteiligen Space Opera-Epos, welches ich eher durch Zufall bei meinem besten Freund entdeckte, als wir bei ihm auf dem Weg zum Wolke-Con stoppten. Da ich mehr zum lesen komme als er und eh mal wieder ohne Lesestoff dastand, habe ich es direkt mal
eingesackt ausgeliehen.
Das Setting ist mit ca. 600 Jahren voraus eher Far Future, die Menscheit hat sich ziemlich gut in unserem Spiralarm ausgebreitet und auch schon einige Xenorassen kennengelernt. FTL-Transport erfolgt über Sprünge durch Wurmlochtechnologie, es gibt hochentwickelte Nanotechnik und fähigkeitserweiternde Implantate. Die Genetik erlaubt durchaus Lebenszeiten von bis zu 200 biologischen Jahren.
Launischerweise ist die Menschheit nicht so fremdartig divergiert wie z.B. in Alastair Reynolds "Yellowstone"-Universum, sondern grundlegend in zwei Lager aufgespalten: "Edenisten", welche den technologischen Fortschritt willkommen heissen und so auch biotechnologische (BiTek genannt) Systeme entwickelten, und die "Adamisten", welche sich aus (christlich) religiösen Gründen der Genetik und höherer Technik reserviert bis ablehnend gegenüber verhalten.
In diesem Setting entwickelt sich nun zunächst eine mehrsträngige Handlung um die Besiedelung des tropischen Hinterweltplaneten Lalonde und die Entdeckungen von Artefakten in einer riesigen Xeno-Struktur in einem anderen Planetensystem, welche wenige tausend Jahre zuvor durch unbekannte Gründe vernichtet wurde.
Zum Ende des ersten Bandes wird auf Lalonde durch einen der als Zwangsarbeiter dorthin deportierten Strassenbandenangehörigen unglücklicherweise eine energetische Lebensform? Kultur? aus einer Art Strafdimension befreit und beginnt, die ihr begegnenden Menschen zu übernehmen...
In der Übersetzung ist die Schreibe sehr angenehm zu lesen und führt zu flüssigem Lesen. Das Setting trifft meinen Geschmack, das Techlevel ist mit seinen biotechnologischen Objekten (Weltraumhabitate aus Korallenpolypen in riesigen Ausmassen, selbst-bewusste Raumschiffe), KI, Genetik und Nanotechnik sehr Space Opera und die Charaktere für mich durchaus glaubwürdig aufgebaut.
Ich werde mir mal die weiteren Bände besorgen gehen...
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