05.12.2006

Dystopien - ein Rückblick über die Lesestoffe

Im Rückblick über die gelesenen Dystopien sehe ich von jeder Fiktion Teile in die Realität sickern bzw. sich dort manifestieren: "A Clockwork Orange" ist hierbei sicher diejenige, die sich so in dieser Form wohl am schnellsten und brutalsten realisieren wird. Passt auf die Banlieus auf, die Betonkasernen, die aufkeimenden Ghettobereiche in den Großstädten. Die sich dort aufstauende Wut und Frustration einer chancenberaubten Jugend.

Grossbritannien bastelt sich derzeit als absoluter Vorreiter das aktuelle "1984"-Überwachungsstaat-Pendant, während Industrie, Politik und Wirtschaft weltweit eine Form der geistigen Uniformität und Konsumhörigkeit ala "Schöne Neue Welt" vorantreiben.

Die durchgeplanten Tagesabläufe aus "Wir" brauche ich wohl kaum zu kommentieren. Wir scheinen zwar alle individuelle Startzeiten und Tagesabläufe zu haben, aber im Ende wachen auch hier und jetzt tausende zur selben Zeit auf, drehen im selben Moment den Duschhahn auf, putzen sich in der selben Sekunde die Zähne und gehen schliesslich ihren definierten Tagesabläufen nach...

Nur ein Szenario scheint mir im beschriebenen derzeit noch sehr fern: Das der Feuermänner aus "Fahrenheit 451" - Bücherverbrennung und Datenvernichtung ist derzeit (jedenfalls in Europa) nicht wirklich en vogue...
Zum Glück. Meine Brandlasten gehören mir.

Noch jedenfalls.

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