05.12.2006

Lesestoff: Aldous Huxley - Schöne neue Welt (Brave New World)


(Bildquelle: amazon.de)


Nun, zur Geschichte von "Schöne neue Welt" muss ich nichts schreiben, das wurde ja schon durch die Wikipedia übernommen.
Meine Meinung dazu: Hielt ich den Protagonisten der ersten Buchhälfte, "Sigmund Marx", noch für einen nervig dargestellten Wannabe-Rebellen und Looser, so nervte dann "Michael, der Wilde" gnadenlos.

Zum Setting muss ich sagen - interessante Idee.
Die Serienproduktion von in vitro erzeugten Menschen und deren "Tätigkeitsprägung" wirkt etwas primitiv hoch gegriffen, aber für eine Fiktion von 1937 annehmbar. (Nicht vergessen, die erste künstliche Befruchtung beim Menschen gelang erst 1977, vierzig Jahre später!). Die Fixierung auf hohen Konsum, vorurteilsgeladene Handlungen durch "Hypnopädie" und die sofortige Befriedigung von Gelüsten ist irgendwie stellenweise ja heutzutage auch schon zu sehen. Gut, die "Meinungsbildung" wird nicht durch Sprechbänder im Schlaf, sondern durch unsere Medien übernommen. Dafür auch auch kaum weniger effektiv. Gelüstebefriedigung/Konsumrausch? Hey, ein schneller Kleinkredit zu wahnwitzig niedrigen Zinsraten macht es möglich...

Auch wenn ich bezweifle, das wir so schnell eine derartige Form der Oligarchie erhalten, und speziell die nicht die beschriebene Fünf-Klassen-Gesellschaft, so sind Teile der Fiktion doch auch schon eingetreten. Fehlen ja eigentlich nur noch Soma und die fröhliche Promiskuität, dann klappt's vielleicht auch ohne den Neun-Jahre-Krieg und seine Fordschaft...

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