05.12.2006

Lesestoff: Ray Bradbury - Fahrenheit 451


(Bildquelle: amazon.de)


"Fahrenheit 451" erzählt die Geschichte des "Feuermannes" Guy Montag (ein böses Wortspiel. Im englischen heisst es "firemen", die ursprünglichen Feuerwehrmänner konnten aber im Rahmen der Fiktionshistorie von Feuerwehrend zu Feuerlegend umgedeutet werden), welcher als Mitglied der Feuerbrigade der Verbrennung von Büchern und unziemlicher Lektüre nachgeht.

Er lernt das Mädchen Clarisse kennen, während er über das versinken seiner Frau Mildred in die Irrealität der TV-Wänder grübelt und wird von diesem aus dem geistigen Trott der belanglosen Dauerbeschäftigung herausgerissen. Während Guy sich der Richtigkeit der eigenen Tätigkeit immer unsicherer wird, lässt sich bei einem Einsatz der Feuerbrigade eine Frau mit in ihrem Haus verbrennen, weil sie nicht ihre Bibliothek aufgeben will. Dieser Vorfall führt mit dazu, das Guy Bücher sammelt, diese liest und versucht, seine Frau mit deren Inhalt zu konfrontieren. Diese verrät ihn an die Feuerbrigade und Guy flüchtet in die Wälder und trifft dort andere Bücherkleser wie ihn, die sich Textstellen memoriert haben und so das verbrannte Wissen konservieren. Guy wird von diesen aufgenommen und zusammen plant man weiter durch dei Wälder zu reisen, als der Krieg durch die "Feinde" gewonnen wird. Die Gruppe kehrt in die Stadt zurück, um beim Wiederaufbau zu helfen.
(Die Inhaltsangabe in der Wikipedia finde ich nicht so berauschend.)

Diese Dystopie von 1953 skizziert das Bild von Staaten, die ihre Einwohner durch äusserste Zensur und Videobelallung (anders kann man das nicht nennen) unter der Kontrolle und in einem Gefühl der permanenten Kriegsgefahr halten. Besitzer (und Leser) nicht-kontrollierter Druckwerke werden als Staatsfeinde betrachtet und entsprechend gejagdt. (Wohl mit einer der Gründe, warum sich die eine Frau lieber direkt mit in ihrem Haus verbrennen lässt...)
"1984" führt eine ähnliche Kontrolle der revisionistischen Historie ein, geht dabei aber wesentllich weiter - oder es wird dort mehr hervorgehoben. Wie es in Fahrenheit mit der Geschichtsneuschreibung in legitimierten Druckwerken aussieht, ist nicht sonderlich ausgeführt.

Der dystopische Aspekt der Fiktion ist die Kontrolle der Bevölkerung durch Zensur und Unterdrückung non-konformistischer Meinungen, Verhaltens und Denkens.

Hat hier jemand "Abmahnwahnsinn" gesagt?

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