14.03.2007

Nilkreuzfahrt, Tag 2 - Tal der Könige und Hatschepsut-Tempel

Tag 2 begann frühunseligst um sechs Uhr (GMT+2!) und ging zügig mit dem Bus ins Tal der Könige auf die andere Nilseite nach Westen. Ein erster Halt erfolgte an den Memnonkolossen, welche das erste Mal so richtig grosse, aus einem Block gehauene Statuen zu Gesicht brachten.


Im Tal selber erlaubte die Eintrittskarte den Besuch von drei Gräbern, mit meiner Mutter bin ich eher im Gruppengewühl ins Grab von Rameses IX hinein, welches eine Unmenge an bemalten Wandfresken zeigte. Wie ansich generell bei allen Anlagen üblich, ist das Fotographieren im freien erlaubt, sobald man aber ins Innere einer Anlage kommt und es sind noch Spuren der originalen Mineralstofffarben von vor gut 4000 Jahren vorhanden, ist dieses untersagt. (Wobei das ohne Blitz ja an sich kein Ding wäre. Aber es gibt ja genug Idioten... )



Besagtes Grab von Rameses IX ist im Prinzip ein einfacher langer Schlauch, an dessen Ende eine Kammer wartet. Man stellt sich das ja alles irgendwie immer verwinkelter und bemalter und komplexer und fallenbehafteter vor... Irgendwie war das dieses Grab sehr.. profan.



Das zweite Grab, welches wir besuchten, war das von Rameses I, welches sehr steil angelegt ist, und heutzutage eine sehr sehr lange steile Treppe ist. Das Innere war eher grob ausgehauen, und richtige Verzierungen nur in der eigentlichen Grabkammer, welche gefühlt 15 Meter unterhalb des Eingangs lag.



Ich möchte nicht zu denen gehört haben, die über diese steilen Stellen die Granitsarkophage herablassen mussten...





Von zentraler Stelle aus, dem Eingangsbereich zum Grab von "König Tut", Tutenchamun habe ich dann auch mal eine Serie von Bildern geschossen, welche das nachfolgende 360Grad-Panorama ergeben.


Klicken vergrössert, etwa 1,3MB

Dort liegt auch direkt mit am zentralen Wegekreuz auch eine wohl eher aktuelle Ausgrabung

Ziemlich "Loch im Boden", ich frage mich, wer da auf die Idee kommt, mal so im Kies zu bohren...

Auf der Suche nach dem drittem Grab zeigte unser Guide auf einen weiteren Rameses, ich wollte aber lieber noch etwas spazieren und wir sind dann in eine eher ruhige Seitenstrasse hoch, um dann kurz darauf vor einer Treppe hoch in einen schmalen Spalt zu stehen.



Wie sich herausstellte, befand sich dort, sehr gut versteckt (und ich wüsste gern, wer auf die bekloppte Idee kam, das Grab dort oben anzulegen, als auch dort oben danach zu suchen) die Grabanlage von Tuthmosis III. Und die lohnt sich wirklich.



Die Deckenbemalung mit einem Nachthimmel ist weitestgehend im Originalzustand, die Wandbemalungen sind einfach nur toll und der Wächter darin zeigte uns sehr begeistert verschiedene Stellen in der Grabanlage, die er für besonders sehenswürig hielt. Ich hätte dort echt diesen fragen sollen, ob ich ohne Blitz ein paar Detailaufnahmen machen darf... Trinkgeld ermöglicht in diesem Land zu viel.

Was wohl hier mit zu bemerken ist, ist das viele der Schriftreihen an den Wänden des Grabes "schief" verlaufen, während sonst immer sehr exakt senkrecht gearbeitet wurde. Und natürlich die umfassende Darstellung des Götterpantheons...

Nach dem Abschluss der Besichtigung ging es mit dem Bus zu einer Alabasterfabrik, wo die erste eines Satzes von Verkaufsveranstaltungen stattfand. Präsentation des landestypischen Handwerkes, und Verkaufsraum mit Unmengen von Nippes. Hier störte mich bereits das, was später auch immer wieder auftrat - es werden effektiv nur etwa ein Dutzend Motive hergestellt und verklauft. Und das nervt sehr, wenn man SCHON WIEDER eine Sphinx, einen Nefertiti-Kopf, einen Skarabäus oder sonstwas angedreht bekommen soll.

Vor der Tür gabs dann auch ein Erzeugnis der hiesigen Strassenbeleuchtung zu begutachten...


Nach überstehen dieses Fabrikbesuches ging es weiter zum Hatschepsut-Tempel im Deir al-Bahari, vorbei am Ramesseum, wo 1997 auch der Anschlag stattfand. Der Hatschepsut-Tempel ist sehr weitläufig und freigestellt, was in der aufkommenden Mittagssonne/-hitze beschwerlich wird.



Leider sind viele der Reliefs zerstört, was mit bei denen, die die Erkundungsreise nach Punt dokumentieren, sehr schade ist. Hier habe ich mir vermutlich dann auch direkt meinen verbrannten Nacken eingefangen.





Nach der Rückfahrt zum Schiff legte dieses ab und fuhr den Nil hinauf. Kurz vor Sonnenuntergang (also etwa gegen 18 Uhr) passierten wir die Schleuse bei Esna, wo Jungs in Ruderbooten die sich verlangsamenden Hotelschiffe abpassten, um Badetücher und kleine Decken zu verkaufen. Eine ziemlich lautstarke Angelegenheit, und das die ihre Waren einfach so hochwarfen, war schon befremdlich. Insgesamt werden Touristen ziemlich aggressiv mit "Alles Billig! Wie bei Aldi! Nur ein Euro!" angegangen. (Der eine Euro vervielfacht sich auch meist sehr schnell...)



Bett.

Trackbacks

Kommentare

Selber kommentieren?











[←neuere Einträge] [ältere Einträge→]