15.03.2007

Nilkreuzfahrt, Tag 4 - Philae-Tempel und Botanischer Garten auf Geziret el-Nabatat (Kitchener-Island)

Irgendwann nachts wurde Assuan (eigentlich Aswān) erreicht. Vormittags sind wir dann mit dem Bus zum Seenbereich zwischen altem Staudamm und dem "neuen" Hochstaudamm gefahren, und dort mit einem der Tuk-Tuk-artigen Wassertaxis zum Philae-Tempel gefahren.



Diese der Isis gewidmete Tempelanlage ist eines der vielen Bauwerke, die aufgrund der staudammverursachten Gebietsüberschwemmungen versetzt wurde. Inzwischen liegt sie etwa 200 Meter vom ursprünglichen Ort auf einer hübschen kleinen Insel.

Es mag eine Schuld der Denkmalflut der letzten Tage sein, ich fand die Anlage nicht mehr sooo interessant. "Halt nur noch ein Haufen kaputter Steine mit manchmal nahezu unleserlichen Reliefs drauf."





Immerhin weist der Innenhof des Isis-Tempels den wohl ältesten "Grundbucheintrag" der Welt auf - einen Gebietsabtretungsvertrag über das Tempelgelände.



Im "Kiosk des Augustus" gab es auf der Innenseite viele "Ich war hier"-Kratzungen, die meisten dabei aus dem 19.Jahrhundert.


An den Säulendekos kann man auch immer schnell sehen, ob etwas original pharaonisch oder von später ist - die alten Ägypter hatten keine solchen Verzierungen. Hier noch aus dem Kiosk.


Und hier noch zwei Säulengänge von anderen Stellen der Gesamtanlage




Auf der Rückfahrt zum Schiff wurden wir vom Guide in eine Parfümerie geschleppt, welche eine der Verkaufsveranstaltungen abhielt. Mir wurde nach zehn Minuten von dem Geruch der vielen vorgeführten Öle und Essenzen (so es welche waren) massivst übel, so das ich mich nach draussen an die Strassenkante rettete.
Als Ausgleich gab es dann noch eine Fahrt mit einer Felucke vom Schiff aus um Elephantine herum nach Geziret el-Nabatat (Kitchener-Island), wo wir den Botanischen Garten besuchten, den Horatio Kitchener dort anlegen liess.


(Unser Hotelschiff, die "Queen Nefer", vom Wasser aus)

Dieser spendet zwar angenehmen Schatten in der Mittagssonne, aber irgendwie empfand ich die Bepflanzung als irgendwie grau/mau. Vielleicht aber auch noch eine Nachwirkung der Parfümerie, das ich angenervt war.



Hübsch war der Ausblick vom südlichen Ende, wo auch ein kleines Cafe lokalisiert ist.

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Am Nachmittag sind wir dann zur Besichtigung eines der früheren Steinbrüche gefahren, um dort in der von der Mittagssonne total zerkochten Luft den "Unvollendeten Obelisken" zu besichtigen.

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Großer, phallischer Stein mit Riß drin. Toll. (Btw: es stehen inzwischen mehr ägyptische Obelisken irgendwo anders in der Welt als in den lokalen Tempelanlagen.)

Im Anschluß fuhren wir von dort aus zum Assuan-Hochdamm. Ein ganz netter Aussichtspunkt auf die verursachte Seenplatte und einen darin liegenden (ebenfalls versetzten) Tempel auf der einen, sowie eine mittlerweile Jahrzehnte alte Abraumhalde und die Turbinenanlage auf der anderen Seite. Insgesamt hatte ich mir das ganze als Bauwerk etwas beeindruckender vorgestellt, aber vielleicht muss man dazu am Fusse davon stehen, damit es so wirkt.







Der Rückweg brachte dann noch eine Verkaufsveranstaltung, diesmal bei einem Gold-/Schmuckhändler. Ich weiss nicht, ausser den für den Touri-Markt produzierten Standardformen (Sachen wie Nefertiri-Kopf, Skarabäus, Ankh-Zeichen, etc.) und hässlich bunten Ringen war wirklich nichts dabei. Und bei dem Zeug muss ich mich auch noch fragen - wer kauft das? (Wir hatten da schon beim netten Händler an Bord bereits je eine Kartusche aus Silber geordert. Und selbst das ist schon übles Tourizeugs...)
Nach dem Tag zickte dann mein rechtes Knie rum, ich habe dann mal einen Satz Postkarten geschrieben (wer eine erhält, darf das hier gerne kommentieren *g*) und inzwischen an "Ein todsicherer Job" von Christopher Moore weitergelesen. Der Rückflug wird sicher doof ohne Lektüre... (Hey, das war beim Notieren echt prophetisch. Mehr dazu später.) Am nächsten Morgen soll es frühstmöglich nach Abu Simbel gehen, noch mehr kaputte Steine betrachten.

Keine weiteren Rätsel vor'm schlafen gehen.

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