15.03.2007

Nilkreuzfahrt, Tag 5 - Abu Simbel

Wer auch immer auf die Idee kommen sollte, mich morgends um drei (also eigentlich um zwei, da GMT+2..) aus dem Bett zu schmeissen, sollte verdammt gute Gründe dafür haben, denn sonst werde ich der Person freundlichst den Kopf abdrehen.
Das Abu Simbel ein solcher ist, bin ich noch immer nicht wirklich von überzeugt.

Die Fahrt durch knapp 300km Kieswüste verlief ab morgends um vier ziemlich uninteressant, das ganze startete als Konvoi von 30 Bussen und zerriss sich ziemlich schnell. Wenn man das musikalisch mit Junkie XL, Noise Unit, Dead Can Dance und Loreena McKennitt untermalt, ist es aber erträglich bis nett, insbesondere beim Sonnenaufgang.


Als Abwechslung ist Abu Simbel mal ein richtiger, ägyptisch-pharaonischer Tempel (wie Karnak) und kein Tempel griechisch(/römischer) Herkunft. Hervorzuheben ist, das die Wandreliefs noch koloriert/kontrastriert sind, so das man mal ohne Rätseln richtig gut erkennt, was abgebildet wurde. Da Originalfarben business as usual -> kein Fotografieren im Inneren.

Die ganze Anlage ist ja ziemlicher Fake, man hat die Originaltempelteile aus den ursprünglichen Hügeln herausgeschnitten, am jetzigen Ort neu aufgestellt, dann eine Betonhalle drüberstülpt und das ganze mit Felsen und Kies garniert.

Vom Geländeeingang her läuft man einmal um den großen Tempel herum, und sieht als erstes die beiden Tempel von fern.





Im weiteren Verlauf des Rundganges dann entsprechend nähere Aufnahmen.









Um halb zehn morgends ging es dann nach etwa zweieinhalb Stunden Aufenthalt bereits wieder zurück, was aus zwei Dingen interesant ist: bis dato hatte es die Reiseleitung immer geschafft, uns mit als erste an einen Ort zu führen, so daß zum einen das ganze Volk, als auch zumeist die große Hitze erst nach einem eintrafen. Abu Simbel ist für schwüle Hitze berücksichtigt, welche üblicherweise wohl ca. 5-7 Grad über dem "gewohnten" im Niltal liegt, und aufgrund der direkten Uferlage zur Sauna ausartet.



Nach der Rückkehr bin ich dann bis zum Abendessen ins Bett gefallen und habe erstmal Schlaf nachgeholt, währenddessen waren andere auf der (ebenfalls) optionalen Tour ins "Nubische Dorf". Die Berichte klangen nach "folkloristisch nett, 3 Krokodile in 'nem Bassin, noch mehr nervige Händler". Abends war dann der "Ägyptische Karnevalsabend", die Mannschaft geschlossen in ihren Galabijas, diesen typischen "Hausmannskitteln" (um es mal so zu titulieren ;-) , die Touris meist entsprechend bunt in den verschiedensten Überwürfen. Gegen Mitternacht habe ich dann noch für rund anderthalb Stunden auf dem Oberdeck gestanden, Musik gehört und die selbst hier massive Lichtverschmutzung verflucht. Man sieht ziemlich wenig von den Sternen. Dafür scheint es dort zwei kleine Wagen parallel zueinander zu geben *grübel*

Und Kom Ombo bei der Vorbeifahrt

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