29.03.2008

Testfahrt mit dem BMW 120d

Da bei mir derzeit die Suche nach einem vernünftigen / einsatzfähigen / langstreckentauglichen / rückenschonendem / trotzdem spassmachendem Dienstwagen ansteht, wurde mir für dieses Wochenende kurzfristig ermöglicht, einen BMW 120d (5-türig, brechstangige 177PS) zu fahren. (Die BMW 1er Serie, BMW-Webseite)

Also habe ich mich frühzeitig aus dem Bett gequält, um den kleinen Brecher frühzeitig - wie von anderen vereinbart - um kurz nach neun abzuholen. Da nach dem ersten behutsamen Bewegen des Wagens durch die Bonner Innenstadt und nem Schnelleinkauf ein Anruf kam, ob ich nicht noch zum WSO Leistungscoursing beim Windhund-Rennverein Untertaunus-Hünstetten kommen möchte, nahm ich das als Tripanlass.


Tour in Google Maps

Von Sankt Augustin (D) über ein Stückchen A560 auf die A3, hinter gelben Nummernschildern bis nach Limburg zuckeln *knurr*, dort etwas Landstrasse bis zum Renngelände (B).
Dort dann ca. 2 Stunden gewesen und mitbekommen, wie der zweite Lauf der Whippets und "Galgo Espanol" (Okay, wie habt ihr Rufus, das rote Riesengreyhoundkänguruh bloss als Galgo durchbekommen?) durchlief, sowie etwas mit den Bekannten gequatsch und Junghunde geknuddelt.


"Archie" Koseilatas Cool Moon bei Ansicht seines ersten Hasenzug.


"Neela" Koseilatas All You Need bei ihrem zweiten Rennstart.
Hätte die blöde Kamera nur wie gewohnt einen Tick später ausgelöst... anyway, man sieht trotzdem schon schön, wie der erste, langestreckte Satz sich aufbaut. Die kleine wurde zweite ihrer Klasse, hat damit ein "Reserve CACC" schonmal sicher gewonnen und momentan Chancen, das "CACC" der Erstplatziert zu "erben", wenn diese es bereits schon hat.

Von Hünstetten aus unter Experimenten mit dem Bordcomputer wieder zurück zur Autobahn und diesmal Richtung Nürburgring gehalten. Eigentlich wollte ich dorthin und dann quer durch die Eifel; ein grobes korrelieren der bereits gefahrenen Kilometer und der Navi-Distanzschätzung liess mich jedoch davon Abstand nehmen. Ich bin dann einfach "nur" über die A48 nach Koblenz und dort auf die B9 Richtung Bonn, und somit sehr gemütlich Bundesstrasse entlang des Rheins gefahren, sehr hübsche Strecke, hatte ich irgendwie schon Jahre nicht mehr gesehen.


Die B9, irgendwo vor Bad Breisig.


Der Drachenfels auf der anderen Rheinseite, bei höchstem optischem Zoom.

In Bonn bin ich dann via Südbrücke über den Rhein, die B42 (Fortsetzung der A59) in Richtung Königswinter, dort ein bisschen durch Dollendorf und Königswinter gekurvt, um dann über die Margarethenhöhe das Siebengebirge zu passieren. In Ittenbach nochmal auf die A3, um den Wagen zu pushen, um dann eine Ausfahrt weiter in Bad Honnef wieder abzufahren. Ein bisschen Wald- und Wiesenstrecke (über Wülscheid, Eudenbach, Sand) nach Uckerath (C), um dort zu kucken, was die Sanierung macht.

Nach kurzem Hausrundgang dann wieder ins Auto, um dann via A560 und B56 wieder nach Hause (D) zurückzukehren.

Summe: ziemlich genau 300km über nahezu alle Arten von Strasse gefahren sowie den schön-sonnigen Tag verbracht.

Fazit:
der Wagen ist schick. Eine ziemliche Brechstange, was die Motorleistung angeht. Und gemäß der Marke eine hochwertige Verarbeitung. Und die Idee, wenn man vor ner Ampel auskoppelt, den Motor abzustellen und beim einkupppeln automatisch wieder anzuwerfen, hat auch einiges. Vor allem, da es prinzipiell reibungslos klappt.

Aber es gibt auch - natürlich - einige Minuspunkte:
- die B-Säule ist beim 5-Türer rund zehn cm zu weit vorne. Somit wird das krakseln aus der Tiefe noch zusätzlich durch eine (für mich extrem) enge Türweite behindert. Sitzt man jedoch mal, sehr nett. Ich müsste hierbei an sich den 3-Türer als vergleich testen. Die Bilder der Webseite sehen in der Hinsicht positiver aus, allerdings weiss ich nicht, inweifern 3-Türer bei uns Car Policy-mäßig drin sind...
- die Bedienung des Bordcomputers saugt ziemlich. Streckenweise unlogisch träge, und scheint für "einen Schritt zurück" nur "brachial auf neu zurück" zu kennen. Oder ich komme mit dem Ding halt nicht klar.
- Rückwärtsgang einlegen. Meine Güte. Okay, die grundlegende Idee von "drück nach links, um wie in den 1.Gang einzulegen, dann kommt Widerstand, den überwinden und dann nach vorne in den Rückwärtsgang" klingt durchaus gut. Schafft man es aber, den Motor an 'ner Kreuzung abzuwürgen, und will neu einkuppeln, haut man sich einfach den Rückwärtsgang in der Hektik rein, statt dem gewünschten 1. Gang. Hab ich dreimal heute geschafft. Die hinter mir haben sich panisch gefreut.
- der sieben-Funktionen-Dreh-Kipp-Rotier-Knubbel sitzt ungünstig weit hinten. Ich muss mich im Sitz etwas verdrehen, um den ordentlich bedienen zu können, was dann wieder auf die Lenkleistung sich auswiegt. Abgesehen davon, das man dann so weit nach rechts rüber kucken muss, um aufs Display schauen zu können, aber gut, HUDs gibt es ja erst in den höheren Klassen - seit kurzer Zeit.

Also: schick wär's. Wenn ich vernünftig einsteigen könnte. Und dann das Objekt dann noch ins Budget passt...

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