Zu mehr Äusserung bin ich grad nicht fähig.
Sobald ich wieder einigermassen klar im Kopf bin, gibt es einen Nachtrag zu diesem mehr als beeindruckenden und bewegenden Abend in der Kronenhalle-Bar in Zürich.
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Nun ja, Nachtrag:
Wie beschrieben, war ich kurze Zeit in der Schweiz und habe "Neu-Zürcher" besucht. Harald, und insbesondere seine süsse Frau Maren, hatte ich schon ein Weilchen nicht mehr gesehen und noch viel länger nicht mehr besucht, was ich eklatantem Widerspruch zu meiner Besuchsfrequenz zu ihren Hamburger Zeiten stand.
Führte dann zum "Wie, Wohnungsführung? Du warst noch gar nicht hier in den letzten, ähh, 15 Monaten? - Nein, leider nicht."
Jedenfalls... am Samstag abend zogen Harald dann ins Nachtleben (Maren hatte Hausaufgaben von ihrem Schreib-Workshop) und hüpften durch drei Bars.
08.02.2009
"Ich hab Pipi in die Augen"
08.02.2009 02:30 / Kommentare (0) / Kommentieren? /
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Erste Anlaufstelle nach dem kurzen Essen im "Mohri-Chopf" (oder so. Essen war gut, aber etwas sparsam.) sind wir in das "Babalu", welches als Lounge-Bar per se nicht in mein Beuteschema fällt, und dann aufgrund der Cocktailzubereitung bei mir durchfiel. Als Sammelpunkt zum weiterziehen vermutlich ganz gut geeignet, aber ein Marlowe's Gin Gimlet, welcher zwar in korrekten Anteilen von Gin und Rose's Lime Juice daherkam, aber direkt in einem Tumbler mit grossen Eiswürfeln daherkam, inklusive unsauber durchgeschnittenem Strohhalm.
(Harald hatte einen nach Amaretto Sour schmeckenden Mai Tai und spülte dies dann mit einem White Russian im Dude-Style hinunter.)
Nächster Stop war in der Jules Verne Bar, welche hübsch gelegen im 11. Stock der Urania-Sternwarte befindlich ist. Störend für beide Seiten fand ich, das man zum Aufzug quer durch das Restaurant im Erdgeschoss muss, aber gut.
Ich orderte einen trockenen Gimlet (welcher noch trockener hätte sein können, und die Bodenablagerung sah nach Puderzucker aus); Harald einen Apple Martini (mit fröhlich chemischem Apfelgeschmack) und wieder einen White Russian (klassisch) zum Geschmacksknospen retten. Der Russian war schön geschichtet und geschmackvoll, lecker!

Der Ausblick ist nett, aber ohne verwertbares Bild stattdessen lieber Blick auf die Sternwarte.
Ein paar Meter weiter suchte dann jemand wohl seinen Pudel, den ich konnte jetzt nicht erkennen, wofür es sonst Werbung sein sollte..

Als Zwischenstärkung, und um noch ein paar Meter mehr Fussweg zum geniessen der Abendluft zu haben, genossen wir dann noch berühmte Bratwürste mit Gold-Brötli. (Ich weiss jetzt nicht, wie der Laden heisst, aber er liegt direkt um die Ecke von der Kronenhalle. Scharfer Senf, hallo.)
Nun, und dann kam der krönende Abschluss eines netten Abends: Einkehr in die Kronenhalle-Bar.
Als ich hineinkam war ich ob der Eleganz dieser Bar angetan, es ist eine wunderschöne, im dezenten Dunklen gehaltene Bar. Und ihre ganzen Details fielen mir erst langsam und nahezu spät auf. Und ich denke, man braucht mehrere besuche, um die Schönheit zu erfassen, aber ich plappere.
Cocktails: Apple Martini für Harald, für mich blind bestellt ein Old Fashioned, welche von Hern Roth persönlich für uns angerichtet wurden. (Und der Apple Martini hatte eine geradezu schnuckelige, dennoch zweckgebundene Garnitur.) Der Appletini war wesentlich dezenter und natürlicher im Geschmack, aber ich bezweifle dennoch, dass es dieser je weit auf meiner privaten Liste brächte. Der Old Fashioned war rund und warm.
Im Plaudern und neugierigem herumkucken kamen wir schliesslich auf die Preise von Herrn Roth, von dort zu Silber, damit zu Silberbechern und dann zu einer spontanen Bestellung von Mint Juleps. So wünsche ich mir meine Minz-Smashes!
An sich waren wir danach in einer gewissen Aufbruchsstimmung und hatten schon die Rechnung geordert, als wir sahen, wie Herr Roth kreierte. (Anders vermag ich das nicht zu beschreiben)
Auf unser Heranwinken kam ein schweizirisches "Pressiert's mit der Rechnung?", unsere Aufklärung bzw. Frage nach dem eben gerührten Drink brachte uns in den Genuss eines Red Rock Ginger Ales, welches verwendet worden war. (Wenn jemand eine Bezugsquelle für DE weiss, her damit!)
Wir konnnten es uns nicht nehmen lassen, uns ebenfalls Gläser der "namenlosen Spontanität" zu ordern..

Longdrink Glas
1 Limettenscheibe auf den Boden geben
mit grossen Eiswürfeln füllen
4cl dunkler Rum (Havanna Club Anejo Reserva)
2cl Rose's Lemon Cordial
1-2cl weisser Sherry
mit Red Rock Ginger Ale auffüllen
rühren
zweite Limettenscheibe und Minzspitze als Garnitur oben auflegen
(Peter Roth, Kronenhalle Bar, Zürich, 2009)
Ein sehr interessanter Cocktail mit schönem Geschmacksverlauf zum geniessen.
Zum Ende des Abends hin baten wir noch um Exemplare des Rezeptbuches "Lady-Killers", welches Herr Roth einst verfasste, und bekamen diese mit einer herzlichen Widmung versehen überreicht - begleitet von einer kurzen Geschichte der Kronenhalle und einer Ansichtskarte der Bar, woraufhin ich mich eigentlich das erste Mal auch in den Raum hinein orientierte... und wie gesagt, "Pipi in die Augen".
Die wunderschöne, geschwungene Holzvertäfelung an den hohen Wänden hatte ich gesehen und bewundert, aber das sattgrüne Leder auf den Couchen und den Hockern, die beiden Hängeleuchten an den Fenster vor weissen, gerafften Vorhängen, die Details der markanten Barleuchter, die feingemusterten Tischplatten, und und und... *seufz*
Eher unbeschreiblich, und mitsamt der Atmosphäre eine einzigartige Erfahrung.
Ein kleines Juwel.
(Jaja, ich schwärme.)
Die Gastfreundlichkeit von und warmherzige Verabschiedung durch Herrn Roth war ein, für mich, herzergreifendes Ende dieses sehr schönen Abends, und durchaus ein guter Grund dafür, die Gastfreundschaft von Harald&Maren in Zukunft wieder verstärkt in Anspruch zu nehmen ;-)






