Nun, so könnte man jedenfalls die Email zusammenfassen, die sich Ende letzter Woche in meinem Posteingang wiederfand.
Mein Vertrauen verraten durch Herrn Meyer persönlich!
Meine Daten verhökert an die PR Agentur von Teamspirit…
.. und ich mich verkauft für eine Flasche Rum? (Nun gut, ich hab ja schon die Linkschlampe für ein Tshirt gemacht, also was soll’s.)
Grund ist, wie sowohl in der Email wie auch auf dem Blog des schmierigen Verräters beschrieben, die Einführung von Sailor Jerry Spiced Rum in den deutschen Markt.
24.09.2010
Verraten, verhökert & verkauft – der ganz schmierige Sailor Jerry BEYOND TIKI BLOG BATTLE
24.09.2010 18:45 / Kommentare (0) / Kommentieren? /
Kategorien: / Wirres und Humor / Allgemein /

Hierzu bekamen 40 Barleute mit Blog (darunter your’s truly) eine Flasche des Gewürzrums zugesandt, mitsamt Aufforderung den Beyond Tiki Blog Battle zu starten, indem der Empfänger eine eigene, neue Kreation mit Sailor Jerry erfindet (oder eine bestehende soweit abwandelt, dass der Segler ordentlich repräsentiert wird).

Das Resultat dieser Bemühungen ist daraufhin in Wort und Bild zu dokumentieren und der Jury bekanntzumachen. (Was, wie sicher erkannt, der Anlass für dieses längliche Traktat ist)
Möglicher Gewinn? Ru(h)m, Häme & ein Abendessen – für mich.
Die Profis unter den Beteiligten streiten sich um einen bezahlten Abend als Barback für Hidetsugu Ueno – mir genügt wohl das gemeinsame Dinner :-)
Nun denn, vergangenen Samstag musste ich mich nun auf einen Fischzug nach den üblichen Barsirupen und Südfrüchten für Tiki-stylishe Cocktails begeben… Das ich mit den hier vorhandenen paar Limetten, Holunderbeeren sowie simplem Zuckersirup nicht weit käme, war mir klar, schreien die bekannten Rezepturen doch nach Dingen wie Maracuja-Saft oder Mandelsirup. Drei Läden später besaß ich einen Grundstock an allem, was ich zu diesem Zeitpunkt für nötig erachtete und verbrachte den Samstag abend damit, mir wirre Gedanken darum zu machen, wie ich den Sailor Jerry angemessen
Tief in der Nacht hatte ich dann einen längeren Chat mit Jörg von drinkmix, welcher ebenfalls grade an seiner Rezeptur arbeitete (dem Plum’d Sailor) und mich dazu brachte, einen Seitenabstecher mit Blauen Trauben zu versuchen. Dieser Beifang der später fortgesetzten Suche ward recht harmonisch, brachten die gemuddelten Trauben doch nette Frucht- und Bitteraromen in den Drink.

Ergo: die Zugabe zuerst – der „Sailors By-Catch“, (technisch ein Sailor Jerry Grape Daiquiri)
4cl Sailor Jerry
2cl frischer Limettensaft
2cl Zuckersirup
Eine Handvoll Blauer Trauben. (5-7 Stück)
Trauben mit Rum gut muddlen, Limettensaft und Zuckersirup hinzu, shake & finestrain in einen vorgekühlten Cocktailspitz. Als Deko eine schöne große Traube anschneiden und auf den Glasrand stecken.
Gestärkt, doch nicht zufrieden – der By-Catch ist nett & solide, aber ein simpler Fruchtdaiquiri jetzt nicht grade die Innovation der Nacht – verbrachte ich den Sonntag mit weiteren beschwipsten Vernichtungsattacken auf meine Flasche und bekam den gewünschten Geschmack einfach nicht hin, auch wenn ich Fortschritte machte.
Aus diesem Grund ging ich dann Montag abend meine Lehrer vom „Sweet N’ Sour“-Seminar besuchen und fuhr ins ONAMOR in Köln, um
Alessandro liess mich meinen Zwischenstand ausmixen, und fragte mich dann aus, wo ich genau hin wolle, was mich an der aktuellen Form störe, und dann ob ich schon mal dran gedacht hätte, Bestandteil x um Volumen y zu ändern. Und das ganze auf Crushed Ice zu präsentieren… „Ich sagte nee, hätte ich nicht“ und bekam die Grundversion dessen vorgesetzt, was zwei Abende weiteren Feilens den Fang der Suche und meine Einreichung darstellt.

Von der Ähnlichkeit zwischen Ananasschalen und Schildkrötenpanzern inspiriert,
schnitzte ich auch ein Garniturtierchen, welches sich aber als zu unpraktisch erwies – es dauert viel zu lang, hat einen hohen Materialverbrauch und sieht nicht soooo umwerfend aus. Aber der Name der Schildkröten vor Zakynthos spielt dennoch eine Rolle – Caretta caretta ist hiermit Namensgeberin des …

Caretta Swizzle
4cl Sailor Jerry
3cl Limettensaft
5cl Ananassaft
2,5cl Escorial
2cl Falernum
3 dashes Angostura Bitter
Build im Gästeglas, mit Crushed Ice füllen und mit Swizzle Stick (oder Barlöffel) swizzeln und solange mit Crushed Ice nachfüllen, bis das Glas gefüllt & durchgemischt ist. Als Garnitur eine kleines Bündel Minzspitzen, gern mit etwas Puderzucker bestäubt.
Anmerkungen:
Escorial: 2,5cl ist ein krummer Wert, stimmt. Bei 2cl wird mir der Drink "flach", bei 3cl wird die Mitte zu ruppig für meinen Geschmack.
Falernum: Ich nutzte John D. Taylor Velvet Falernum, keinen selbstkreierten. Und vielleicht hat ja jemand Zugriff auf den Falernum von Forgotten Flavours - ich konnte diesen nicht so schnell auftreiben.
Beyond Tiki: Tiki-Elemente sind vorhanden, die gewandelte Ananas und gerade die Zubereitung als Swizzle sind deutliche Zeichen - die Verwendung des Escorial als Stärkung der herben Frische des Drinks muss dann wohl Beyond sein.
Faktor Grossveranstaltung: die Zutaten im Glas vorportionieren und dann zum Serving nur noch mit Crushed Ice auffüllen. Geht es noch einfacher? Okay, Premix...
Hiermit sei der Jury (und meinen dreieinhalb Lesern) mein Rezept präsentiert, möge nun entschieden werden, ob es sich hierbei um den großen Fang handelt :-)
Weitere publizierte Rezepte bis jetzt:
"Sweet Smoking Sailor"
"Angry Sailor"
"Jerry's mud shower"
"Generalkonsulat von Honolulu", kurz "Honolulu"
"Sailor Moon"
"Plum’d Sailor"
"Oh Sailor, where are though?"
"Jerry O'Nill"
"Hula Jerry"
"Postcard at 7"
"Blood & Jerry"
"Berliner Pferdenacken"
"Murder Ahoy!"
"Maui Cooler"
"Jerry's Marmelade"
"Sailor's Rules"
"Sailor’s Silver Sour"
"Sailor’s Kiss"
"Sailor’s hot spiced wine"
"Sage Sails"
"Sailor Bee"
"Jerry loves Yvette"
"Rocket Fuel" (+"Roughneck")
"The Sailor's Spice"
"Reuber Mix Test Nr. 1.6"






